Inhalte der Ausbildung

Ontogenese: Die Entwicklungsphasen des HundesReferent: Jan Nijboer

Hunde werden nicht als Familienhunde geboren. Welche Phasen durchläuft ein Welpe auf dem Weg zum erwachsenen Hund? Welche Faktoren beeinflussen seine individuelle psychisch-emotionale und körperliche Entwicklung? Wie kann ein Hund in seiner jeweiligen Entwicklungsphase optimal unterstützt werden? Und was kann dabei schief laufen?

Für deine Arbeit als Hunderziehungsberater*in sind fundierte Kenntnisse der Ontogenese des Hundes wichtig: So ist die pädagogische Begleitung der oben genannten Prozesse einer der Schwerpunkte einer Hundeerziehungsberatung, die präventiv arbeitet, also nicht erst dann, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Spannend ist dabei, dass Hunde unterschiedlicher Rassen unterschiedliche Prioritäten in ihren Bedürfnissen haben und daher unterschiedliche Entwicklungsprozesse durchlaufen. Zudem spielt die Biographie des Hundes in der Anamnese von Problemen eine große Rolle: Hunde drücken über ihr Verhalten aus, was sie denken, was sie fühlen und was sie möchten. Wenn sie Probleme haben, teilen sie dies immer über ihr Verhalten mit. Die Ursache der Probleme liegt dabei häufig in Entwicklungsstörungen begründet.

In diesem Seminar lernst du die wesentlichen entwicklungsbiologischen und neurophysiologischen Prozesse in den verschiedenen Entwicklungsstufen kennen. Du bekommst Einblick darin, wie sich bei Hunden die Persönlichkeit bildet und wie Entwicklungsstörungen entstehen. Und du erfährst, welche Möglichkeiten es für die Bezugspersonen gibt, ihren Hund individuell in seiner Entwicklung zu unterstützen, damit er seine Persönlichkeit auch zu seinem Vorteil entfalten kann.

Praxis
Mit der Beobachtung und Analyse des Verhaltens von jungen Hunden geben wir dir die Möglichkeit, das theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden:

  • Wesenstests: Biotonustest und Sechs-Wochen-Test
  • Praktikumsmöglichkeit: Beobachtung von Welpengruppen
  • Beobachtung des eigenen Hundes, um daraus Rückschlüsse auf seine Entwicklung und Biographie zu ziehen

Institut für Hundeerziehungsberatung: Pädagogik beim HundReferent: Jan Nijboer

Welche Lernformen gibt es? Wie lernen soziale Individuen? Was bedeutet Lernen aus pädagogischer Sicht? Was vermittelt uns das Verhalten des Hundes über seinen Lernprozess? Welche Rolle spielt dabei Erziehung? Und welche Schlüsse ziehen wir daraus?

Als Hundeerziehungsberater*in unterstützt du Menschen mit Hund dabei, einen für sie passenden Erziehungsstil zu entwickeln. Dafür benötigst du fundierte pädagogische Kenntnisse und Kompetenzen. Menschen wie Hunde drücken ihre Gefühle und Gedanken über ihr Verhalten aus. Es spielt daher nicht nur eine große Rolle, was Bezugspersonen einem Individuum (Mensch oder Hund) beibringen, sondern auch warum und in welcher Form dies geschieht. Denn dies hat Konsequenzen für die Beziehung und Bindung.

In diesem Seminar lernst du die unterschiedlichen Lern- und Konditionierungsformen sowie Lerntheorien kennen: Wir vermitteln dir die Unterschiede zwischen den behaviouristischen Ansätzen, bei denen der Fokus auf dem Verhalten des Individuums liegt und seine Emotionen eine untergeordnete Rolle spielen, und dem biologisch natürlichem sozialen Lernen, das anhand von Vorbildern und mittels sozialer Kommunikation stattfindet. Die verschiedenen Lerntheorien und Lernformen diskutieren wir durchgängig vor dem Hintergrund der Frage: „Wer tut was warum und wie mit mir – und was macht das mit mir?“ Dabei hilft uns die Pädagogik. Wir nutzen die Erkenntnisse der Erziehungswissenschaften, um dir die Ganzheitlichkeit von Lern- und Erziehungsprozessen nahe zu bringen.

Praxis

Was Lernen aus pädagogischer Sicht bedeutet, kannst du bei diesem Seminar auch praxisnah erfahren: Ein Teil der Praxis besteht aus der Selbsterfahrung der Teilnehmenden mit verschiedenen Konditionierungsformen. Zudem werden mit einigen der anwesenden Hunde verschiedene Lernsituationen kreiert: Beim „Lernen am Modell“: Hier lernen die Hunde anhand des Vorbildverhaltens ihres eigenen Sozialpartners Mensch. Eine weitere Lernsituation wird kreiert, bei der der Hund lernt, ein Problem zu lösen, indem er mit seiner Bezugsperson kommuniziert. In den Praktika hast du die Möglichkeit, zu beobachten und zu analysieren, wie sich unterschiedliche Lernformen auf die Mensch-Hund-Beziehung auswirken.

Interspezifische & intraspezifische Kommunikation des HundesReferent: Jan Nijboer

Wieso ist Kommunikation für alle sozialen Lebewesen wichtig? Was ist der biologische Ursprung von Kommunikation? Wie kommunizieren Hunde? Wie kommunizieren Mensch und Hund miteinander? Welche Missverständnisse können auftreten? Und welche Folgen hat dies für ihre Beziehung?

Als Hundeerziehungsberater*in ist es deine Aufgabe, die Kommunikation zwischen Mensch und Hund positiv zu beeinflussen. Dazu benötigst du fundierte Kenntnisse der Kommunikationsformen: Wie kommunizieren Hunde untereinander (intraspezifisch)? Wie kommunizieren Mensch und Hund miteinander (interspezifisch)?

In diesem Seminar lernst du die Grundlagen der Kommunikation von Hunden kennen. Wir vergleichen die Kommunikation von Hunden mit der menschlichen Kommunikation: Gibt es Parallelen? Welche gibt es und wie lassen sie sich erklären? Welche Informationen geben uns Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Kommunikation von Mensch und Hund vor dem Hintergrund, dass es sich bei ihnen um zwei verschiedene Tierarten handelt? Dabei nehmen wir auch die unterschiedlichen Lebenswelten von Mensch und Hund in den Blick und diskutieren, wie wir diese zusammen bringen können. Besonders spannend ist schließlich das Thema, wie Kommunikation artübergreifend verläuft. Und wie können wir diese positiv beeinflussen, damit Mensch und Hund miteinander statt nebeneinander leben können?

Praxis
Im Seminar bekommst du die Möglichkeit, intra- wie interspezifische Kommunikation direkt oder per Video zu beobachten und zu analysieren.

Domestikation & Spezialisierung unterschiedlicher HunderassenReferenten: Dirk Roos | Torsten Grimm

Wie unterscheiden sich Haushunde von Wölfen? Inwieweit hat Domestikation nicht nur das Aussehen, sondern auch das Verhalten von Hunden verändert? Spielt dies für die Erziehung von Haushunden überhaupt eine Rolle?

Als Hundeerziehungsberater*in kommst du mit unterschiedlichen Hundetypen und Hunderassen in Berührung. Um sie besser verstehen und Menschen professionell beraten zu können, benötigst du grundlegende Kenntnisse darüber, wie und warum die unterschiedlichen Hunderassen entwickelt wurden und welche Bedürfnisse Hunde verschiedener Rassen haben. Derzeit hat die Fédération Cynologique Internationale (FCI) 344 verschiedene Hunderassen anerkannt; unabhängig davon gibt es weltweit noch viele Hunderte mehr. Sie alle stammen vom Wolf ab. Der heutigen Vielfalt liegt ein Prozess zugrunde, in dessen Verlauf es nicht nur optische Veränderungen gegeben hat, sondern auch wesentliche Veränderungen im Verhalten.

In diesem Seminar lernst du, wie es zu der heutigen Vielfalt an Rassen gekommen ist. So erfährst du,

  • was sich hinter Begriffen wie „Neotonie“ verbirgt,
  • welche „quantitativen und qualitativen Verhaltensänderungen“ und welche „neurophysiologischen Veränderungen“ es gibt,
  • welche Bedeutung die Pigmentierung bei verschiedenen Rassen hat etc.

Für dich als Hundeerziehungsberater*in ist es wichtig, zu wissen, wie der Mensch, den du berätst, seinen Hund wahrnimmt. Und wie die Menschen im Laufe des Domestikationsprozesses nicht nur die Hunde selbst, sondern auch die Art und Weise, wie sie das Tier „Hund“ sehen, verändert haben. Denn die Betrachtungsweise hängt eng damit zusammen, welche Funktionen der Hunde ursprünglich spezialisiert wurden: Welche Aufgaben hatten die verschiedenen Hundetypen ursprünglich für die Menschen? Welche Verhaltensweisen sind auch heute noch bei welchen Rassen sehr deutlich und welche nur latent vorhanden? Und hat das Konsequenzen für das Zusammenleben von Mensch und Hund?

Praxis

Du erhältst bei diesem Seminar die Gelegenheit, im Rahmen von Gruppenarbeit die gewonnenen Erkenntnisse über rassespezifische Eigenheiten auf wesentliche Aspekte der heutigen Hundehaltung wie Prägung, Sozialisation und Erziehung anzuwenden. An den Seminartagen Samstag und Sonntag werden die Hunde der Teilnehmenden im Hinblick auf ihre rassespezifischen Besonderheiten angeschaut. Bei jeglichen Praxisteilen werden fortan rassespezifische oder genetisch bedingte Veranlagungen in den Blick genommen. Denn sie bilden die Basis der individuellen Bedürfnisse, auf die der Erziehungsprozess effektiv abgestimmt werden sollte.

Beobachtung von einem WolfsrudelReferent: Jan Nijboer

Um Verhalten interpretieren zu können, muss Verhalten zunächst genau beobachtet werden. Welche Verhaltensweisen werden wann, wie oft, in welcher Intensität und in welchem Kontext gezeigt? Welchen biologischen Funktionskreisen ist ein Verhalten zuzuordnen? Eine genaue Beschreibung des Verhaltens wird in einem Ethogramm festgehalten. Derartige Verhaltensprotokolle sind eine gängige Methode der Verhaltensbiologie. Sind sie auch ein hilfreiches Tool, um Verhalten von Mensch und Hund in der Familie zu beobachten?

Eine deiner Hauptaufgaben als praktizierende Hundeerziehungsberater*in ist es, Menschen und Hunde zu beobachten – sowohl Hunde untereinander oder Mensch und Hund in Interaktion. Systematische Beobachtungen und schlüssige Interpretationen sind hilfreich und notwendig, um Menschen mit Hund professionell beraten zu können.

In diesem Seminar lernst du die notwendigen Tools, um Hundeverhalten objektiv zu erfassen und biologischen Funktionskreisen zuzuordnen. Wir vermitteln dir, wie sich die Verhaltensbiologie (Ethologie) als Wissenschaft historisch entwickelt und welche Bedeutung sie für deine Arbeit hat. In der Praxis erstellst du eigenständig ein Ethogramm des Gehege-Wolfsrudels, das wir im Rahmen des Seminars besuchen: Du erfasst alle von den Wölfen gezeigten Verhaltensweisen und inventarisierst sie. Danach wertest du sie qualitativ und quantitativ aus. Und du gehst noch einen Schritt weiter: Bei der Auswertung des Verhaltensprotokolls filterst du die kontextbezogenen Sozialstrukturen des Wolfsrudels heraus. Dies ist bereits der Anfang eines sogenannten Soziogramms, ein Tool, das die sozialen Beziehungen innerhalb einer Gruppe darstellt.

Soziologie des Canis familiarisReferent: Jan Nijboer

Welche Vorstellungen haben Menschen von der Tierart Hund und ihren Bedürfnissen? Gibt es kulturelle Unterschiede? Und welche Arten von Beziehungen zwischen Menschen und Hunden lassen sich beobachten – mit welchen Folgen für ihr Zusammenleben?

Möchtest du Menschen dabei unterstützen, dass sie ihr Verhalten ihrem Hund gegenüber maßgeblich verändern, können dir Kenntnisse aus dem Fachbereich Soziologie eine große Hilfe sein: Um Menschen mit Hund zu helfen, ihr Verhalten gegenüber ihrem Hund zu ändern, ist es wichtig, erst einmal selbst zu verstehen, wie es zu der aktuellen Betrachtungsweise und dem daraus resultierenden Umgang mit dem Hund überhaupt gekommen ist. Die Soziologie ist eine Wissenschaft, die verschiedene Aspekte sozialen Verhaltens und sozialen Zusammenlebens erforscht, so auch Aspekte wie die Geschichte der Hundehaltung, der Vergleich unterschiedlicher Kulturen im Umgang mit Hunden, Hundehaltung in der modernen Gesellschaft, unterschiedliche Beziehungsformen sowie Normen und Werte.

In diesem Seminar lernst du, wie du o. g. soziologische Aspekte für deine Arbeit nutzen kannst, um in deiner Beratungspraxis zielführend zu arbeiten: Oft klaffen die Vorstellungen der Menschen darüber, was ihr Hund möchte, weit mit dem auseinander, was er tatsächlich braucht. D.h. es gibt eine Diskrepanz zwischen der Art und Weise wie ein Mensch seinen Hund (und Hunde allgemein) betrachtet und den realen Bedürfnissen des Tiers. Wie Menschen ihren Hund wahrnehmen und mit ihm umgehen, sagt etwas darüber aus, in welcher Art von Beziehung sie mit ihm leben. Daher erfährst du in diesem Seminar, was Begriffe wie „primäre soziale Beziehung“ und „sekundäre soziale Beziehung“ bedeuten und welche Umgangsformen aus diesen Beziehungsformen resultieren. Vor dem Hintergrund der soziologischen Erkenntnisse werden wir auch auf die Thematik „Training, Konditionierung und soziales Lernen“ zurückkommen, um die Konsequenzen für die Mensch-Hund-Beziehung herauszufiltern.

Eine deiner Hauptaufgaben als Hundeerziehungsberater*in ist es, die o.g. Diskrepanz zwischen Vorstellung und Wirklichkeit beim Menschen aufzulösen. Den Hund mit anderen Augen zu sehen, führt dazu, anders über ihn zu denken und schließlich auch anders mit ihm umzugehen. Soziologische Kenntnisse helfen dir, Hundehalter*innen einfacher aufzuklären und Zusammenhänge besser zu erläutern.

Praxis
Selbstreflexion:

  • Wie hat sich deine Betrachtungsweise vom Hund entwickelt und welche Auswirkungen hat dies auf den Umgang mit deinem eigenen Hund?
  • Soziogrammarbeit: Du erstellt ein Soziogramm deiner eigenen sozialen Gruppe.

Zur methodischen Diagnose von Verhaltensproblemen des HundesReferent: Jan Nijboer

Manche Hunde sind für ihre Menschen Problemhunde. Andere Hunde machen keine Probleme, haben aber welche. Wie können wir das erkennen? Welche Arten von Problemverhalten gibt es?  Wann ist ein Hund verhaltensgestört? Und welche Lösungsmodelle gibt es?

Als Hundeerziehungsberater*in ist es wesentlich, dass du Problemverhalten richtig diagnostizierst. Nur so kannst du eine adäquate Lösung für Mensch und Hund finden. Dazu musst du den Unterschied kennen zwischen arttypischem und atypischem Verhalten. Auch solltest du in der Lage sein, pathologische Verhaltensstörungen zu erkennen und einzuordnen.

In diesem Seminar lernst du das „Problem Solving Modell“ kennen und erfährst, wie du es in der Praxis anwenden kannst.  Was sind Symptome? Was sind Ursachen für Verhaltensauffälligkeiten? Wo liegen Fehlkonditionierungen vor, welches Verhalten basiert möglicherweise auf Entwicklungsstörungen? Und welche sind auf die Beziehung zurück zu führen? Weitere Themenkomplexe wie Stress, Trauma und Aggression machen deutlich, wie wichtig die Mensch-Hund-Beziehung bei der Therapie ist.

Praxis

Während des Seminars hast du die Möglichkeit, eine Diagnose zu deinem eigenen Hund zu erstellen. Zeigt er Verhaltensauffälligkeiten? Welcher Art? Was könnten die Ursachen sein?

Praxisorientierte KommunikationReferent: Jan Nijboer

Was passiert bei Hundebegegnungen? Was passiert bei Begegnungen mit Menschen? Was kannst du tun, damit Hundebegegnungen positiv verlaufen? Kannst du schon im Vorfeld einschätzen, wie ein potenzieller Hundekontakt ablaufen wird? Wann ist ein Kontakt sinnvoll und wann eher nicht? Und wie kannst du Hundebegegnungen gut moderieren?

Als Hundeerziehungsberater*in ist es Teil deiner Arbeit, auf deinem eigenen Gelände und/oder in der Öffentlichkeit Hundebegegnungen zu moderieren. Praxiserfahrung im sicheren Rahmen helfen dir, deine Kompetenzen auf diesem Gebiet auszubauen. Denn das Thema „Hundebegegnungen“ ist eines der Hauptgründe, warum Hundehalter*innen eine Beratung aufsuchen. Für viele Hundehalter*innen und/oder deren Hunde sind Begegnungen mit anderen Hunden mit großem, alltäglichem Stress verbunden, der Auswirkungen auf die Lebensqualität von Mensch und Hund haben kann.

Bei diesem Seminar lernst du, Kenntnisse aus den Seminaren „Interspezifische & intraspezifische Kommunikation des Hundes“, „Diagnose von Verhaltensproblemen“ sowie „Domestikation & Spezialisierung unterschiedlicher Hunderassen“ in der Praxis anzuwenden. Ziel ist es, dass du durch die Praxis sicherer wirst, Hundeverhalten im direkten Kontakt zu interpretieren und Hundebegegnungen zu coachen. In Bezug auf die Thematik „Aggression gegenüber Menschen“ lernst du praktische Vorgehensweisen und Tools, um eine für alle Beteiligten sichere Therapiesituation zu gestalten.

Erste Hilfe beim HundReferent: Dr. med. vet. Stefan Auer

Was ist normal? Was ist krank? Wann musst du Erste Hilfe leisten? In welchen Fällen sollte eine Tierklinik aufgesucht werden? Und wann reicht es aus, das Training anzupassen?

Als Hundeerziehungsberater*in solltest du erkennen können, ob ein Hund krank oder körperlich eingeschränkt ist. Ist er verletzt, musst du handeln und Erste Hilfe leisten. Dafür benötigst du die entsprechenden Voraussetzungen.

Psychisches und physisches Befinden hängen eng miteinander zusammen. Nicht immer sind anatomische oder physiologische Abweichungen direkt ersichtlich. Abweichungen vom Normalzustand gehen zudem oft einher mit Änderungen im Verhalten.

In diesem Seminar lernst du grundlegende Kenntnisse über die normale Anatomie und Physiologie. Dies ist die Voraussetzung dafür, Abweichungen zu erkennen. Damit du auch in Notfällen reagieren kannst, vermitteln wir dir außerdem Anleitungen zur Ersten Hilfe beim Hund.

Observation & Interpretation von Mensch-Hund-BeziehungenReferent: Jan Nijboer

Als Hundeerziehungsberater*in solltest du deine Beobachtungstechniken immer weiter vertiefen und verbessern.

Bei diesem Seminar lernst du, dein Auge zu schulen:Du benötigst Übung, um durch Beobachtung Informationen zu gewinnen über

  • die Beziehung von Mensch und Hund
  • die Vorgeschichte des Hundes sowie
  • die Art, wie mit dem Hund umgegangen wurde und wird (Lernformen).

Die Videoanalyse ermöglicht uns, genauer hinzuschauen, denn wir können interessante Sequenzen wiederholt und in Zeitlupe beobachten.

Rechtskunde für Hundeerziehungsberater*innenReferent*innen: Oliver Kirsch | Torsten Grimm | Annette Neuerburg

Wer haftet, wenn während deiner Beratung ein Hund einen anderen Hund oder vielleicht auch einen Menschen verletzt? Welche Rechte und Pflichten haben Menschen mit Hunden?  Und was steht eigentlich im Tierschutzgesetz?

Als Hundeerziehungsberater*in musst du dich auch mit bestimmten rechtlichen Fragen der Hundehaltung befassen. Auch solltest du dir grundlegende Gedanken darüber machen, welche ethischen Prinzipien für dich im Umgang mit Hunden wichtig sind.

In diesem Seminar erörtern wir Rechtsfragen zu folgenden Fachbereichen und Themen:

  • Hundeerziehungsberatung,
  • Tierschutz,
  • Haftung,
  • Hundehaltung und
  • Verhaltensregeln für Hundehalter*innen und Hundeerziehungsberater*innen in Feld und Wald.

Ebenfalls beantworten wir praxisbezogen versicherungsrechtliche Fragen und wir diskutieren ethische Aspekte der Hundeerziehung.

Referentin: Monika Artz

 Wie gestaltest du einen positiven Gesprächsverlauf? Was ist dein Auftrag? Wie behältst du den roten Faden im Gespräch? Hat dein Gegenüber dich verstanden? Wie kannst du dein Gegenüber überzeugen statt überreden?

Als Hundeerziehungsberater*in ist das Gespräch das A und O deiner Arbeit. Verbesserungen in der Hundehaltung erreichst du immer nur über gelungene Kommunikation mit den Menschen. Daher sind Kenntnisse der Gesprächsführung für deine Arbeit unverzichtbar.

In diesem Seminar lernst du, wie du deine Gesprächskompetenz verbessern kannst. Welche Gesprächstechniken und –strategien gibt es? Wir vermitteln dir zum einen theoretische Kenntnisse zur Gesprächsplanung und -führung. Du erfährst, wie du Gespräche gut strukturieren und steuern kannst. Hin und wieder können auch schwierige Gesprächssituationen entstehen. Wir vermitteln dir, welche Möglichkeiten es gibt, damit professionell umzugehen. Wichtig bei der Gesprächsführung mit Kund*innen ist auch das richtige Maß von Nähe und Distanz.

Praxis

Im Rahmen von Rollenspielen „Berater*in – Kund*in“ hast du die Möglichkeit, Gesprächstechniken und –strategien auszuprobieren und zu üben. Die Gespräche werden im Plenum ausgewertet mit dem Ziel, dir neue Impulse zu geben, damit du deine Gesprächskompetenz noch weiter entwickeln kannst.

Institut Hundeerziehungsberatung: Beobachtung HundeschulalltagReferent: Torsten Grimm

 Lernen am Modell: Wie sieht der Hundeschulalltag aus? Wie verlaufen die Beratungen ganz konkret?

Als angehende Hundeerziehungsberater*inbenötigst du einen umfassenden Einblick in die praktische Arbeit. Dieser ermöglicht dir einen besseren Transfer von dem bisher Gelernten in die Praxis.

In diesem Seminar lernst du durch Beobachtung des Referenten, wie Einzelberatungen mit unterschiedlichen Hundehalter*innen und Hundetypen ablaufen können. Der Referent führt zunächst ein Anamnesegespräch und leitet dann die Menschen mit ihren Hunden praktisch an. Im Anschluss evaluieren wir die beobachteten Beratungen im Plenum. Zudem werden wir verschiedene Gruppentrainingund deren Moderation in der Praxis beobachten und anschließend besprechen..

Praktikum im Institut für HundeerziehungsberatungReferent*innen: Torsten Grimm | Christiane Helmstedt | Astrid Köster

Von der Theorie in die Praxis I: Wie kannst du dein bereits gesammeltes Wissen an potenzielle Kund*innen bringen?

Als angehende Hundeerziehungsberater*in ist es von unermesslichen Wert, im geschützten Rahmen mit kleinen Gruppen das erworbene Wissens in die praktische Arbeit zu übertragen.

In diesem Seminar lernst du, selbständig Beratungen durchzuführen: Die teilnehmenden Azubis führen Anamnesegespräche und darauf aufbauenden Einzelunterricht (Training) durch. Die Teilnehmenden selbst stellen dabei sich und ihre Hunde als „Kund*in“ mit bestimmten Problemstellungen zur Verfügung. Anschließend werden Gespräch und Training sowohl didaktisch als auch fachinhaltlich evaluiert, damit du deine Kompetenzen in beiden Bereichen weiter entwickeln kannst. Die Beobachtung der anderen Seminarteilnehmenden bietet dir die Möglichkeit zum „Lernen am Modell“: Welche Impulse und Ideen nimmst du für eigene Beratungen mit? Stelle dir auch die Frage: Würde ich bei diesem Hund/bei diesem Menschen genauso vorgehen? Falls ja, warum? Falls nein: Was würde ich anders machen – und warum?

Facharbeiten HundeerziehungReferent: Torsten Grimm

 Im Vorfeld zu diesem Seminar hast du bereits zu einem Thema aus dem Fachbereich der Hundeerziehung oder der Mensch-Hund-Beziehung eine Facharbeit erstellt. Du hast dich besonders intensiv mit einer bestimmten Thematik auseinandergesetzt und erhältst nun die Gelegenheit, deine Projektarbeit dem Plenum anhand einer kurzen Präsentation kurz vorzustellen.

Bei diesem Seminar bekommst du zum einen die Möglichkeit, dich mit einem Thema zu präsentieren und andere an deinen Erkenntnissen teilhaben zu lassen. Bei diesem Seminar können die Auszubildenden nicht nur miteinander, sondern auch voneinander viel lernen – das macht das Seminar besonders wertvoll. Auch wird deutlich, wie wichtig es ist, sich immer weiter fortzubilden, offen zu sein, Neues zu lernen und Erfahrungen zu sammeln.

Beziehungsprobleme in der Mensch-Hund-BeziehungReferent: Jan Nijboer

Kann eine Bezugsperson ihren eigenen Hund therapieren? Was bedeutet Therapie in diesem Fall? Und welche Voraussetzungen müssen dafür gegeben sein?

Als Hundeerziehungsberater*in verfolgst du das Ziel, hündisches Verhalten dauerhaft zu ändern. Die Voraussetzung dafür ist die systemische Beziehungstherapie.Bei der Therapie von Verhaltens- und Beziehungsproblemen streben wir eine ganzheitliche Betrachtungsweise an. Daher richten wir bei der Therapie nicht einfach den Fokus nur auf den Hund, sondern nehmen sein ganzes soziales System in Blick.

In diesem Seminar erfährst du, was wir unter „systemischer Beziehungstherapie“ konkret verstehen. Bei der Lösung eines Verhaltens- und Beziehungsproblems ist es wichtig, alle involvierten Personen – ob Mensch oder Hund – in den Blick zu nehmen. Damit wendest du den Fokus vom Hund auf das Familien-Rudel-System. Der Hund wird dadurch nicht mehr als „Problemhund“ gesehen, der gleichzeitig auch die Ursache der Störung ist. Stattdessen wird er bzw. sein Verhalten zum Symptomträger.

Unser ganzheitlicher Standpunkt bezieht dabei selbstverständlich auch aktuelle neuro- und verhaltensbiologische Erkenntnisse mit ein – sie sind die Basis für eine wissenschaftlich fundierte Therapie.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Vorstellung der systemischen Beziehungstherapie. Weitere Themen: Theorie und Praxis von Techniken der Traumatherapie, der Anti-Aggressionstherapie, Sucht und das Jagd-Kanalisierungs-Training.

Neurobiologie des HundesReferent: Jan Nijboer

Sind Hunde rein instinktgesteuerte Wesen? Welche Rollen spielen Emotionen beim Verhalten von Hunden? Wie beeinflusst Lernen ihr Denken? Und wie können Hunde lernen, sich selbst zu beherrschen?

Als Hundeerziehungsberater*in machen Themen wie Suchtverhalten und Selbstbeherrschung einen wesentlichen Teil der Hundeerziehung aus. Die moderne Neurobiologie hilft dir, relevante Wechselwirkungen von Außeneinflüssen und Hormonen zu verstehen.

In diesem Seminar erfährst du Interessantes über Gehirnregionen und deren Funktionen in Bezug auf Verhalten, Lernen und Kommunikation. Doch wir beschäftigen uns im Seminar nicht nur mit den theoretischen Grundlagen der Neurobiologie. Wir machen die neurobiologischen Aspekte auch in der Praxis beobachtbar und setzen sie in Bezug zu Themen wie Sucht, Stress, Aggression, Begeisterung, Motivation etc. ein.

Institut für HundeerziehungsberatungReferent*innen: Torsten Grimm | Christiane Helmstedt | Astrid Köster

Von der Theorie in die Praxis II: Wie kannst du dein bereits gesammeltes Wissen an potenzielle Kund*innen bringen?

Als angehende Hundeerziehungsberater*in ist es von unermesslichen Wert, in geschütztem Rahmen mit kleinen Gruppen das erworbene Wissens in die praktische Arbeit zu übertragen. Das Seminar ist eine wichtige Vorbereitung auf die Abschlussprüfung.

In diesem Seminar lernst du, in Subgruppenselbständig Beratungen durchzuführen: Aufbauend auf das Seminar „Praktikum I“ erhältst du nun die Gelegenheit, ein Anamnesegespräch und darauf aufbauend Einzelunterricht (Training) mit dir unbekannten Hundehalter*innen durchzuführen. Dazu laden wir Kund*innen aus dem laufenden Hundeschulbetrieb von Torsten Grimm, Hundeschule „Mensch-Hund-Aktiv“ ein. Die ausgewählten Hundehalter*innen bringen unterschiedlichste Problemstellungen und Fragen zum Thema Hundeerziehung mit. Anschließend werden Gespräch und Training sowohl didaktisch als auch fachinhaltlich in Kleingruppen evaluiert, damit du deine Kompetenzen in beiden Bereichen weiter entwickeln kannst. Die Beobachtung der anderen Seminarteilnehmenden bietet dir die Möglichkeit zum „Lernen am Modell“: Welche Impulse und Ideen nimmst du für deine eigenen Beratungen mit? Stelle dir auch die Frage: Würde ich bei diesem Hund/bei diesem Menschen genauso vorgehen? Falls ja, warum? Falls nein: Was würde ich anders machen – und warum?

ArtivitätenReferent: Jan Nijboer

Was sind artgerechte Aktivitäten für Hunde? Wie werden sie in der Praxis durchgeführt? Was ist der Mehrwert artgerechter Beschäftigung? Wie wichtig ist Environmental and Behavioural Enrichment (EBE)für das Selbstwertgefühl unserer Haushunde?

In der Hundeerziehungsberatung ist Kreativität gefragt: Als Hundeerziehungsberater*in solltest du in der Lage sein, die praktische Arbeit mit Mensch und Hund flexibel auf die Persönlichkeit des jeweiligen Hundes abzustimmen.

Bei diesem Seminar lernst du, bei deiner Arbeit nicht nur die Probleme zu sehen, die Menschen und Hunde miteinander haben. Der Spaß am gemeinsamen Tun und am Miteinander von Mensch und Hund darf bei der Therapie von Beziehungsproblemen nicht verloren gehen. Dafür stellen wir dir eine breite Palette unterschiedlicher „Artivitäten©“ vor: Als Artivitäten©bezeichnen wir artgerechte Beschäftigungsformen, bei denen der Hund seine Talente unter Anleitung seiner Bezugsperson einsetzen und weiter entwickeln darf.  Dies stärkt die Beziehung von Mensch und Hund, gibt beiden positive Energie und fördert ihre Bindung.

Gemeinsam mit den anderen Auszubildenden erhältst du die Möglichkeit, mögliche Artivitäten©in Subgruppen vorzubereiten und den anwesenden Hunden – sofern möglich – anzubieten. Eure Aufgabe wird es zudem sein, den pädagogischen und psychomotorischen Mehrwert der jeweiligen Artivität©deutlich zu machen. Die Verbindung von Pädagogik und Psychomotorik – kurz: Moto-Agogik – sehen wir dabei als wichtiges Kraft-Pool für die Mensch-Hund-Beziehung.

Seminarzeiten:

Freitags: 17:00 bis ca. 22:00 Uhr
Samstags: 10:00 bis ca. 19:00 Uhr
Sonntags: 10:00 bis ca. 15:00 Uhr

Nächster Ausbildungsbeginn: Oktober 2019

Zur Anmeldung

Praxis IntensivwocheIn der 5-tägigen Praxiswoche wirst du dich unter Anleitung von Jan Nijboer, dem Leiter der Fachausbildung, intensiv mit der Beziehung zu deinem eigenen Hund auseinandersetzen. Dies verlangt von dir die Bereitschaft, die eigenen „Baustellen“ in der Beziehung zu deinem Hund zu reflektieren.*

In dieser Selbsterfahrungswoche kannst du zum einen in die Rolle des/der Kund*in schlüpfen. Zudem erhältst du die Möglichkeit, die Praxiseinheiten der anderen Auszubildenden zu beobachten. Die Evaluierung der verschiedenen Mensch-Hund-Beziehungen zeigt dir nicht nur die Vielfältigkeit möglicher Probleme; du bekommst eine breite Palette von möglichen Lösungswegen geboten und erfährst, wie wichtig es ist, Kund*innen dort abzuholen wo sie sich befinden und Instruktionen entsprechend zu dosieren.

Das Seminar dient auch dazu, dir bewusst zu machen, dass Selbstreflexion eine wichtige Voraussetzung für professionelle pädagogische Beziehungsarbeit ist. Ob du aktuell mit oder ohne Hund lebst: Die Praxiswoche ist für alle Auszubildenden eine wertvolle Erfahrung für die zukünftige Arbeit mit Kund*innen und ihren Hunden.

* Auch Auszubildende ohne eigenen Hund empfehlen wir, an dieser Praxiswoche teilzunehmen, um wertvolle Erfahrungen sammeln.

Seminarzeiten Praxis-Intensivwoche:

Jeweils von 10:00 bis ca. 18:00 Uhr

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